?> TuS Recke 1927 e.V.: Traditionelles Bratwurstessen
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Ein Mann, ein Wettkampf, eine Wurst

Auf den ersten Blick scheint Tobias Nieland alias „Toni“ ein normaler Mittzwanziger zu sein: Man sieht ihn desweilen im „Keller“, er beackert gewissenhaft die linke Seite der Dritten Mannschaft des TuS und erfreut sich der aufreizend getragenen Bademode im Partytempel am Ibbenbürener Gastronomie-Eck zwischen Burger King, McDonald’s und Autobahnauffahrt.

Doch es gibt Tage im Leben eines Jugendlichen, die sowohl für Niederlagen des TuS und presswurstige Outfits in der Aura entschuldigen, Tage in denen einem die Schuppen von den Augen fallen und der Sinne des Lebens sich unmittelbar zu erschließen scheint: So ein denkwürdiger Tag im Leben von Tobias war der 2. Oktober 2009; es war sein Day of Wurst!

Doch zunächst zur Einführung: Alljährlich findet seit nunmehr 10 Jahren das traditionelle Bratwurstessen der Dritten Mannschaft statt. Neben reichlich Feuerwasser und Kleingeld einbringenden Trinksprüchen vonseiten des Kapitäns besteht der Reiz dieses Festes auch seit jeher in seinem harten Abnutzungskampf um die goldene Wurst von Maria. Dieser vom IOC als halbolympisch eingestufte Wettbewerb, der auch überregional bereits ernstes Aufsehen erregt, wird zumeist als Vorbereitungswettkampf auf das bevorstehende Schnitzelwettessen in der Fortstmann’sche Kegelhölle gesehen und dient auch als erster Fingerzeig der teilnehmenden Akteure für die Stammplätze auf dem grünen Geläuf des Fußballplatzes. Ziel ist es dabei die größtmögliche Anzahl von zunächst wohltemperierten, aber im Laufe des Abends sichtlich erkalteten Würsten zu vernichten. Die Größe der Würste wird von der kollegialen Gastwirtin Maria gewissenhaft geeicht und vom international anerkannten, weil studierten Wurstfachmann Bernd B. einer offiziellen Kontrolle unterzogen: „Jo, das Ding passt schon“, ist in diesem Zusammenhang das am höchsten einzustufende Qualitätsprädikat und zugleich auch der Startschuss für den harten Selektions- und Auslesekampf um die Gunst des zuweilen unruhigen und pöbelnden Publikums. Der Favoritenkreis der Teilnehmer erstreckt sich zumeist über drei bis vier Freunde des gegrillten Potpourris, die seit Jahren eine erbitterte und von offenem Hass getragene Schlacht um die Fleischtitel der Dritten führen. Zwei bereits etablierte Kombattanten schieden jedoch in diesem Jahr aus: Die Kinderkrankenschwester „Frank T.“ hatte sich zur zweiten Mannschaft hochgespielt und der hoch geachtete brasilianisch-stämmige Cupverteidiger „Markus R.“ musste einem Wurstleiden aus dem Vorjahr, das mit einer unfreiwilligen Krankwagenfahrt endete, Tribut zollen. Somit ergab sich von Anfang an ein spannungsgeladenes Duell Toni gegen den seit fünf Jahren bestehenden Rekord von acht Würsten.

Um es kurz zu machen: Die ersten Würste gingen hinunter wie warme Semmel in den Magen von Kommissar Rex. Tonis schien eine Guerilla-Taktik zu favorisieren: „Dem schnellen Angriff auf das Wurstbuffet folgte ein blitzartiger Rückzug zum Pommestopf“. Ab der fünften Wurst jedoch, setzte das bekannte und gefürchtete Fleischschwitzen ein; dieses sich über die Schweißdrüsen äußernde und sich auf den Magen- und Darmtrakt ausbreitende Negativerlebnis zwang den Herausforderer zu zahlreichen Toilettengängen und Unmutsäußerungen bezüglich der chemischen Zusammensetzung des fleischigen Wettkampfgeräts. Von nun an zählte nur noch der eiserne Wille des Espeler Urgesteins, so wie er sich in jahrelanger Isolation und gewollter Absonderung vom Steinfurter Zentralgestirn an den beliebten Ostumgehung herangebildet hatte. Der Genuss der liebevoll zubereiteten Gemisches aus niedersächsische Gedärmen und aufgewärmte Fleischresten blieb indes auf der Strecke; dennoch behielt Toni die notwendige Konzentration schlang mit grimmiger Entschlossenheit Wurst um Wurst hinunter und fiel nach der achten Wurst in einen explosionsartigen Fleischrausch, der den ansonsten etwas trägen Mob zu tummulthaftem Beifall und extatischem Gelächter animierte: „Da ist das Ding!“, schallte es durch das kneipige Rund, ehe die Siegeszeremonie durch die tiefe Bassstimme unseres Kapitäns Holger T. und den daraufhin zu zahlenden Geldbetrags vonseiten Tonis unterbrochen wurde.

Der frisch gebackene Titelinhaber und neue Weltrekordler überraschte jedoch mit einer weiteren leidenschaftlichen Leistung, die keineswegs vergleiche mit jedem nur denkbaren Endzeitszenario in Michael Schanzes „Flitterabend“ zu schauen brauchte – Tonis versuchte den Wurstweltrekord auf unsagbare zehn Würste hochzuschreiben, um sich damit über Jahre in die Annalen dieses prestigeträchtig Wettbewerbs einzutragen. Unter stehenden Ovationen und einem honorigen Sing-Sang aus „Toni, Toniiii, Toniiiiiiii…“ und „Wie geil ist das denn?!“, beendete der Espeler auch seine zehnte Wurst und zog sich verdient und sichtlich um Jahre gealtert in den wohlverdienten Abend in die Ibbenbürener Aura zurück. Tonis beschloss seine Siegesfeier gezeichnet, aber mit Freudentränen in den Augen mit einer bewegenden Danksagung an seine Eltern: „Ich danke vor allem meinen beiden Erzeugern und meinem Trainer, die mir diesen Titel erst ermöglicht haben; sie haben auch an schlechten Tagen an mich geglaubt und mich ermuntert, mein Mittagessen auch unter Schmerzen stets aufzuessen. Ich freue mich bereits auf die weiteren Fleischwettkämpfe beim alljährlichen Kegeln – ich kann also allen Spekulationen über ein vorzeitiges Karriereende eine Absage erteilen.“

Dem entthronten Titelträger und einstig als stoischen „Wunderwurstesser“ stigmatisierten Talents Markus R. blieb nur das anerkennende und gut gemeinte Lob für den neuen Wurstkönig von Recke: „Ohhh mein Gott, dass geht ja gar nicht!“

Als Randnotiz sei noch erwähnt, dass im Taumel der überschwänglichen Begeisterung und des anhaltenden Alkoholkonsums vom ehemaligen Wurstfreund Kai B. erwogen wurde, dem neuen Champion einen Pokal aus der Sammlung Marias zu überreichen: „Komm Junge, nimm alles mit; du hast die freie Auswahl“, tönte es zu später Stunde durch den bereits etwas entleerten Kampfplatz in der Kneipe am Bürgerpark. Leider scheiterte dieses wohldurchdachte und von langer Hand geplante Vorhaben jedoch unerwartet (!) am Einspruch der ansonsten kompromissbereiten Gastwirtin.

10jähriges traditionelles Bratwurstessen 2005

Am 8. Oktober fand das traditionelle Bratwurstessen bereits zum 10ten Mal statt. Anlass genug, um auch mal die Ehemaligen Spieler der Dritten ins Boot zu holen.....
Einen würdigen Anfang fand das Spektakel in einem internen Vergleich zwischen der aktuellen Dritten und den Allstars der letzten 10 Jahre der Dritten.

Das Ergebnis spiegelt die jahrelange Ausgeglichenheit der Mannschaften wider:
Es endete 12 : 12 nach 11meter-Schießen.

Trotz der geballten Erfahrung der Allstars, u.a. mit Uwe May-Johann, Michael "Piwi" Bosse, Detlef "Zigeuner" Petersson oder auch Stefan Kortemeyer und Michael Hoppe, Andre Casser und Franz-Josef "Pepe" Kölker und trotz der Trainerfüchse Hannes Rieke, Günter Büscher und Josef Langelage, die wie immer an der Linie von Joe Janning und Martha Breulmann unterstützt wurden, konnte die aktuelle Dritte sehr gut dagegen halten und traf genauso oft ins vom Christian Sandmann gehüteten Tor.

Nach 1 Stunde war der Spuk dann vorüber.... und man "schwitzte" bei kalten Getränken und warmen Duschen noch ein wenig am Sportplatz aus, um dann gemeinsam "traditionell" bei Strübbe einzukehren.

Überwältigend war die Teilnahme fürs Orga-Team Jörg Breulmann, Andreas Tietmeyer und Bernd Brüggemann. 50 Leute hatten sich angemeldet, man hätte schon beim Spiel fast 4 Mannschaften bilden können. Bei Maria in der Kneipe war fast kein Platz mehr frei..Über 150 Bratwürstchen wurden verzehrt, dazu noch einige Kilogramm Pommes und auch das ein oder andere Bier wurde noch verzehrt. Frank Visse spendete ein 50Liter Fass Bier und auch Maria Wiebrock ließ sich nicht lumpen und stiftete 30 Liter...Nach einer langen Nacht heißt es nun: Auf Wiedersehen bis in 2 Jahren, denn dann feiert die Dritte ihr Gründungsfest: 30 Jahre!